DozentInnen der Bremer VHS





Was ist und was war:

April 2018: Verbesserungen kommen!

Seit Januar dieses Jahres verhandelt der VHS-Kursleiterrat, die Interessenvertretung der VHS-DozentInnen, mit Bürgermeister Sieling und Kulturstaatsrätin Emigholz über Verbesserungen der Honorare und Beschäftigungsbedingungen für die für die Bremer VHS-DozentInnen.

Schon seit 2016 waren in Verhandlungen mit der VHS-Leitung Erhöhungen des Standard-Honorars von 19 € auf 20,50 € (September 2016) und seit 1.1.2018 auf 23 € erreicht worden. Da sich abzeichnete, dass weitere Verbesserungen VHS-intern nicht realisierbar waren, haben wir unsere Forderungen mit Unterstützung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) an die politische Ebene gerichtet. Nach schwierigen, aber konstruktiven Verhandlungen auf verschiedenen Ebenen, wurden die bisherigen Ergebnisse in der Deputation für Kultur am 17.4.2018 vorgestellt. Beim nächsten VHS-Betriebsausschuss im September 2018 sollen sie in Form einer Rahmenvereinbarung beschlossen und danach unterschrieben werden.

Auch wenn wir dann sehr gute Ergebnisse erreicht haben, bleibt ein Wermutstropfen – die ersten Verbesserungen werden wegen der „Haushaltsnotlage“ erst ab 1.1.2020 verbindlich wirksam. Hier die wichtigsten geplanten Verbesserungen:

Für alle:

- ab 1.1.2020 Mindesthonorar 25 €/Unterrichtsstunde
- Mindesthonorarerhöhung auf 31 € bis Mai 2023
- Koppelung des Honorars an die TVÖD-Tariferhöhungen
- Für „Arbeitnehmerähnliche“ (mehr als halbe Vollzeit oder halbes Erwerbseinkommen bei Bremer VHS) ab 1.1.2020:
-- Sozialversicherungszuschüsse in Höhe des halben Beitrags

Hierdurch haben VHS-Kursleiterrat und GEW deutlich mehr Geld und soziale Sicherheit für die HonorardozentInnen der Bremer VHS erreicht.

Die Ergebnisse der Deputation für Kultur, 17.4.2018

In der Deputationsvorlage und in den Beiträgen des Senators für Kultur, Herrn Bürgermeister Sieling, wurden folgende Mindest-Ergebnisse für den Inhalt der Rahmenvereinbarung zwischen dem Senator für Kultur / VHS und dem VHS-Kursleiterrat/GEW festgehalten:

KL-Rat-Info Bremer VHS 21.11.2017
Liebe Kolleginnen und Kollegen an der Bremer Volkshochschule! Es gibt Neuigkeiten:
1.) Am 7.11.2017 haben wir zusammen mit Kolleginnen und Kollegen der Musikschule Bremen vor der Bremischen Bürgerschaft eine erfolgreiche Aktion gemacht, um insbesondere auf unsere geringen Honorare hinzuweisen und eine deutliche Honorarerhöhung sowie soziale Absicherung zu fordern.

2.) Am 21.11.2017 hat der Betriebsausschuss der Bremer Volkshochschule die Erhöhung der Honorare ab 2018 auf mindestens 23 € Standardhonorar / Unterrichtsstunde beschlossen. Nach der letzten Erhöhung von 19 € auf 20,50 € ist das die zweite Honorarerhöhung innerhalb von 2 Jahren, die der VHS-Kursleiterrat erreicht hat!

3.) Wir machen weiter! Und wir laden alle interessierten KollegInnen zu einem offenen Erfahrungsaustausch über unsere Situation als VHS-DozentInnen, unsere Möglichkeiten und unsere nächsten Aktionen ein:
Zeit: Donnerstag, 14.12.2017, 16 Uhr - Ort: VHS Faulenstraße, Kursleiterraum
Bis bald, Euer VHS-Kursleiterrat Paola, Hajo, Bettina, Ricarda, Kontakt: info@vhs-dozenten-hb.de

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Am 07.11.2017 fand anlässlich eines Antrags der Linken zur Situation der Honorardozenten eine gemeinsame Aktion der VHS- und der Musikschuldozenten vor der Bremer Bürgerschaft statt
- unterstützt von GEW und ver.di:

buergerschaft1 buergerschaft2

- Audiomitschnitt (3:37:18 TOP 13) der Stadtbürgerschaft vom 7.11.2017

- Bericht der taz vom 8.11.2017

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09/2016 erfolgte nach 10 Jahren Honorarstillstand eine Erhöhung des Standardhonorars von 19€ auf 20,50€. Ein Erfolg des Kursleiterrats:

04/2016: Teilerfolg für die Bremer VHS-Dozenten und -Dozentinnen (GEW-Bremen):
Der Betriebsausschuss der Bremer Volkshochschule hat auf Vorschlag der VHS-Leitung eine neue Honorarordnung ab dem 1.9.2016 beschlossen, die Honorarerhöhungen von mindestens 1,50€ (teilweise 3€) für die DozentInnen vorsieht. Das ist zwar nur ein Inflationsausgleich seit der letzten Erhöhung 2010, aber ein erster und spürbarer Erfolg für die KollegInnen und ihre Interessenvertretung, den Bremer VHS-Kursleiterrat. Darüber hinaus hat der Kursleiterrat im Betriebsausschuss und bei politischen Gesprächen deutlich gemacht, dass weitere Verbesserungen für die Bremer VHS-DozentInnen dringend erforderlich sind. Dies wurde von den Mitgliedern des Betriebsausschusses grundsätzlich anerkannt und allgemein auch eine zukünftig jährliche Honorarüberprüfung befürwortet. Was im Tarifbereich (auch der VHS) selbstverständlich ist, muss im Bereich der Honorarkräfte erst erstritten werden.
Die jetzige Honorarerhöhung muss aus "Bordmitteln" der Bremer VHS bestritten werden, weil die Stadtgemeinde Bremen als Trägerin bisher keinen Cent dazugezahlt hat. Das bedeutet, dass die für die Honorarerhöhung notwendigen Mittel von den wenigen festen MitarbeiterInnen der Bremer VHS in ihren Etats (und möglicherweise bei ihren Stellen) eingespart und erwirtschaftet werden müssen. mehr

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07/2015
Zur Situation der Honorarkräfte in der Weiterbildung von KLR-Rat Mitglied HaJo Kuckero:

"Freie" Honorarkräfte ohne Arbeitnehmerstatus.

In der Weiterbildung (VHS, Bildungswerke, ...) arbeitet der größte Teil der Beschäftigten nicht als festangestellte Dozenten sondern als "freie" Honorarkräfte ohne Arbeitnehmerstatus. An der VHS Bremen müssen alleine rund 900 DozentInnen als Honorarkräfte arbeiten.

1.) Was Honorarkräfte nicht erhalten

Honorarkräfte erhalten im Unterschied zu angestellten Kräften:

Diese Arbeitgeber-Kosten belaufen sich schon ohne Bildungsurlaub auf über 40% zusätzlich zum Bruttolohn (Sozialversicherungsanteil ca. 19%, Krankentage ca. 5%, Urlaubs- und Feiertage ca. 13%, Sonderzahlungen 5-8%).

Diese Kosten - die bei ArbeitnehmerInnen gesetzlich vorgeschrieben die Arbeitgeber ganz oder hälftig tragen - müssen die Honorarkräfte selber tragen.

2.) Honorar

Das Honorar pro Unterrichtsstunde beträgt bei der VHS Bremen nur 19,- Euro. Eine Unterrichtsstunde erfordert in der Regel durchschnittlich mindestens noch einmal die gleiche Zeit für Vor- und Nachbereitung, Verwaltungs- und andere zusätzliche Arbeiten (siehe LehrerInnenarbeitszeit Sekundarstufe II: 25 Unterrichtstunden (a´45 Minuten = 18,75 Std.) entsprechen einer Arbeitszeit von 46,7 Zeit-Std., also sogar einer Relation 1 Unterrichtstunde = 1,87 Zeitstunden Arbeit). Zusätzliche Fahrzeiten zwischen den Kursen sind hierbei noch nicht eingerechnet. Dementsprechend ist bei durchschnittlich 1,5 Zeitstunden Arbeit pro Unterrichtsstunde tatsächlich maximal von einem Honorar von 12, 67 Euro pro Zeitstunde Arbeit auszugehen, bei 1,87 Zeitstunden pro Unterrichtsstunde wie bei den Sek.II-LehrerInnen sogar nur von 10,16 Euro pro Zeitstunde Arbeit. Bei Berücksichtigung der üblicherweise vom Arbeitgeber zu tragenden Kosten (s.o.) von rund 40% des Arbeitnehmer-Bruttogehaltes würden die 12,67 Euro einen Stundenlohn von 9,05 Euro brutto bedeuten - knapp über dem bremischen Landes-Mindestlohn von z.Zt. 8,80 Euro also. Bei 10,16 Euro ergibt sich sogar nur ein Brutto-Stundenlohn von 7,25 Euro - also deutlich unter dem Bundes-Mindestlohn von 8,50 Euro!

3.) Gesetzlicher und tarifvertraglicher Schutz

 Außerdem entfallen für Honorarkräfte viele gesetzliche und tarifvertragliche Schutzrechte, die nur für ArbeitnehmerInnen gelten, z.B.:

Die Honorarkräfte arbeiten soweit es ihre eigenen Schutzrechte betrifft genaugenommen in einem weitgehend rechtsfreien Raum.

4.) Gesetzliche Interessenvertretung und Mitbestimmung

Daher können die Interessen der DozentInnen auf Honorarbasis auch nicht von einer gesetzlich festgelegten und geschützten  Interessenvertretung (Betriebsrat, Personalrat) vertreten werden. Eine gesetzlich geregelte Mitbestimmung über ihre Arbeitsbedingungen - wie bei den ArbeitnehmerInnen - gibt es nicht.

Der "Kursleiterrat" der DozentInnen auf Honoarbasis  der VHS Bremen hat entsprechend der "Mitbestimmungsordnung" der VHS Bremen nur sehr geringe, gesetzlich nicht geschützte Informations- und Beteiligungsrechte und damit kaum Einflussmöglichkeiten im Interesse der Honorarbeschäftigten. Der Personalrat der VHS Bremen darf die Interessen der Honorarbeschäftigten nicht vertreten.

Die DozentInnen auf Honorarbasis haben keine adäquate - aber  notwendige - gesetzliche Interessenvertretung.

5.) Was folgt daraus?

Die prekäre Situation der Honorarbeschäftigten an der VHS Bremen in anderen Einrichtungen der Weiterbildung muss mindestens schrittweise bzw. mittelfristig verbessert werden! Dabei muss der Kursleiterrat der VHS, die gewählte Interessenvertretung der Honorar-DozentInnen der VHS Bremen einbezogen werden.

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11/2014: Rede des Kursleiterrates im Betriebsausschuss der VHS (hinterlegtes Dokument zum Nachlesen)

ForderungenVHS Forderungen Roland

Presse

04/2018: Kultur-Deputation am 17.04.19, Thema VHS: TAZ-Artikel - Beitrag bei buten un binnen
03/2016: Bezahlung an Volkshochschulen - Prekär im Staatsdienst (taz Bremen)
10/2008: Bremer VHS-DozentInnen sind sauer (bildungsklick.de)
05/2008: Anfrage der Fraktion DIE LINKE der Bremer Bürgerschaft: Honorare von Dozentinnen und Dozenten in Weiterbildung und Hochschulen. Quelle: Drucksache 17/490 der Bremischen Bürgerschaft vom 15.05.2008